Weihrauchöl | Ätherisches Öl mit besonderer Wirkung

Weihrauchöl wird durch Wasserdampfdestillation des Harzes gewonnen.  Es besteht aus den leicht verdampfenden, fettlöslichen Bestandteilen des Harzes. Es zählt zu den ätherischen Ölen und kann auch als Konzentrat der wirksamen Bestandteile bezeichnet werden. Durch die flüssige Form bietet sich ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten in Kosmetik, Parfümerie oder der Nahrungsergänzung an. Während das Harz sich vorwiegend zum Räuchern eignet, kann das Öl seine Wirkung in Einreibungen oder der oralen Anwendung sehr viel intensiver entfalten. Zum Herstellen des Weihrauchöls lassen sich nur die Sorten Bowellia Serrata, Papyrifera, Sacra und Frereana verwenden.

Hildegard von Bingen (1098 – 1179) bildet beim Einsetzen von Weihrauchöl (Olibanum) keine Ausnahme. Sie gebrauchte ihn gegen Schwerhörigkeit und Tinnitus.Weihrauchöl wird oft bei Kosmetika verwendet

Sebastian Kneipp (1821 – 1897) beschrieb seine positive Wirkung ebenfalls.

Da das ätherische Öl bei niedrigen Temperaturen verdampft verteilen sich sein Duft und Aroma gleichmäßiger im Raum als Rauch. Des Weiteren vermeidet das Verdampfen des Öls das Entstehen schädlichen Rußes. Das ätherische Weihrauchöl eignet sich auch hervorragend zur Anwendung in einem Aromadiffusor.

 

Inhaltsstoffe von Weihrauchöl:

Der indische Weihrauch Boswellia Serrata (Salaibaum), den das europäische Arzneibuch beschreibt, enthält:

• bis zu circa 20 Prozent Schleimstoffen,
• circa 16 Prozent Harzsäuren,
• circa fünf bis neun Prozent ätherische Öle.

Zu seinen weiteren Komponenten zählen:
• circa ein Prozent und mehr 11-Keto-β-Boswelliasäure (KBA) und
• circa ein Prozent oder mehr der 3-O-Acetyl-11-keto- β- Boswelliasäure (AKBA).

Als ätherische Öle beinhaltet er zudem β-Myrcen, α-Thujen, Methyleugenol und, p-Cymol.

Seine chemischen Verbindungen bestehen aus:

  • bis zu insgesamt circa 60 Prozent der verschiedenen Boswelliasäuren,
  • Terpene,
  • Sesquiterpene,
  • ɑ-Pinen,
  • ß-Pinen,
  • Incensol,
  • Octylacetat,
  • Incensylacetat,
  • Camphen,
  • Octanol,
  • Dipenten,
  • Phellandren,
  • Bornylacetat und
  • Linalool

Vor dem Vertrieb des Olibanums in Deutschland wird dieses auf Qualität, Reinheit und Herkunft geprüft.

 

Anwendung von Weihrauchöl

Zwecks heilkundlichem Einsatzes eignet sich das extrahierte Weihrauchöl besser als das Harz, da es seine wirkungsvollen Inhalte leichter und intensiver frei gibt. Das Verdampfen des Weihrauchöls dient dem Verbessern und Desinfizieren der Raumluft. Der Dampf des Weihrauchöls beruhigt den Körper, löst Ängste, lindert Depressionen und hilft dem Geist sich auszuweiten, neue Energie zu schöpfen und sich zu kräftigen.

Olibanum wirkt intensiv auf das Produzieren von Dopamin und Noradrenalin. Auf diese Weise verbessert es die Kommunikation und hilft diesen Botenstoffen zu einem schnelleren und besseren Verarbeiten ihrer Aufgaben. Des Weiteren beruhigt es und fördert das positive Denken. Speziell die katholische Kirche setzt Weihrauch bei verschiedenen Ritualen ein. Sie verwendet in vielen Fällen das Weihrauchharz. Die Räucherung in der Kirche fördert bei den Kirchenbesuchern die Bereitschaft zu Glauben und vermittelt ihnen ein positives, zuversichtliches Gefühl.

Das bewusste Räuchern mit Weihrauchharzen ist uns aus vielen Westernfilmen und aus der Kirche bekannt. In der ayurvedischen Medizin Indiens gilt das Räuchern mit Weihrauch seit jeher als eine der wirkungsvollsten Heilmethoden, was die heutige, westliche Schulmedizin anerkennen muss.

Der äußerliche Gebrauch des ätherischen Öls wirkt sich positiv aus:

  • bei der Warzenbekämpfung
  • auf das Vermeiden und Bekämpfen von Hautunreinheiten und Pickel
  • beim Bekämpfen von Akne
  • bei schmerzenden Gelenken
  • bei Zahnfleischentzündungen
  • bei Insektenstichen
  • dem Stillen von Blutungen
  • bei verspannten Muskeln und
  • beim Bekämpfen von Cellulite

Auf die Haut gegeben wirkt es zusammenziehend (adstringierend), entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und leicht entfettend.

 

Weihrauchöl auf die Haut

Das ätherische Öl lässt sich problemlos direkt auf die Haut auftragen. Es fördert das Durchbluten der unteren Hautschichten und regt die Hautzellen zum vermehrten Teilen an. Auf diese Weise kann die Haut schneller heilen. Pickel entstehen durch Hautunreinheiten und verstopfte Poren, das ätherische Öl reinigt, entfettet und desinfiziert die Haut. Die eitrigen Pusteln verschwinden und die desinfizierte, entfettete Haut unterbindet ihr neues Entstehen. Warzen entstehen durch Virusinfekte und zeigen sich als hartnäckige, unschöne Erhebungen auf der Haut. Diese Infektionen gehen in den meisten Fällen mit entzündlichen Prozessen einher und Olibanum kann sie natürlich und wirkungsvoll bekämpfen.

Weihrauchöl bei Infektionen

Viren reagieren auf das Behandeln mit Antibiotika nicht. Olibanum geht diese Problematik anders an. Es kann den Viren die Grundlage entziehen und sie abtöten. Durch das Entfetten und gleichzeitige Desinfizieren der Haut hemmt ihr Entzünden und ermöglicht ihr die Warzen zu verdrängen. Das Einlagern von Wasser im Bindegewebe führt mit der Zeit zu Cellulite. Der adstringierende (zusammenziehende) Effekt des natürlichen, ätherischen Weihrauchöls unterstützt die Zellen beim Herausdrücken des Wassers. Auf diese Weise strafft sich das Bindegewebe, lindert die Cellulite und verhindert ihr weiteres Ausprägen.

Sein entzündungshemmender (antiinflammatorischer) und durchblutungsfördernder Effekt hilft verspannte Muskeln zu lösen, die Krankheitssymptome der Gelenke zurückzudrängen und vorhandene Schmerzen zu lindern. Beim Einsetzen gegen Asthma Bronchiale und ähnlichen Lungenproblemen kann es die Bronchien entspannen und ihren Blutdurchsatz erhöhen. Die Bronchien schwellen ab und übergeben den Lungen mehr Sauerstoff. Das befreite Atmen sorgt für weniger Schmerzen und vermindert die Angst.

 

Weiterer Gebrauch von Weihrauchöl

Alternativ setzt Weihrauchöl als Badewasserzusatz, Aftershave, Kosmetik und Gesichtsreinigung seine positiven, entzündungshemmenden Eigenschaften ebenfalls frei. Bei Massagen und als Inhalationstherapie genutzt kann es Körper, Muskeln, Gewebe und Organe entspannen.

Innerlich lässt es sich einsetzen bei:

  • Morbus Crohn (chronische Darmentzündung im Dünn- oder Dickdarm)
  • Colitis Ulcerosa (schwere Entzündung des Darmbereichs)
  • Strahlentherapiefolgen
  • dem Einsatz von Chemotherapien, es kann die Nebenwirkungen lindern
  • verschiedenen Krebsarten
  • dem Bekämpfen entzündlicher Prozesse der Haut in Gesicht und Mund
  • entzündeten Gelenken, Muskeln und des Organe umgebenden Gewebes
  • rheumatischer Arthritis
  • kleineren, schmerzenden Verletzungen und/oder Schnittverletzungen.

Der entzündungshemmende Effekt des Weihrauchs ist seit Jahrtausenden bekannt. Im arabischen Kanon der Medizin empfiehlt der persische Arzt Avicenna (980 – 1037) das innere Anwenden von Weihrauchharzperlen des Bowellia Serrata und des Boswellia Sacra. Laut seiner Aussage stärken sie Verstand und Geist. Bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts gehörte dieses, sein berühmtestes Werk, zur Standardausbildung der Medizin.

Das Einnehmen der Tropfen kann Schmerzen lindern und entzündliche Vorgänge wie Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa oder entzündlich, arthritische Prozesse zurück drängen. Auf diese Weise entspannen sich Organe, Gelenke und Muskeln und unterstützen den Heilvorgang. Bei der Chemotherapie treten in vielen Fällen Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Blutdruckprobleme und ähnliches auf. Das Einnehmen der Olibanum Tropfen kann auftretende Nebenwirkungen der Chemotherapie lindern und verhindern.

Sein zusammenziehender Effekt vermag blutende Wunden schneller zu stoppen und das Entzünden von Schnittverletzungen und Insektenstichen zu verhindern. Bei Wunden und Insektenstichen lässt sich Weihrauchöl innerlich und/oder äußerlich anwenden. Beides kann das Heilen unterstützen und das Ausbreiten oder Entzünden der betroffenen Hautstellen unterbinden.

Weihrauchhydrolat

Bei der Wasserdampfdestillation entsteht Weihrauchhydrolat. Dieses Nebenprodukt eignet sich als Aftershave, zum Hemmen entzündlicher Prozesse bei Akne, zum Erfrischen und Regenerieren der Haut und zum Einsatz im Diffusor. Seine Zusammensetzung besteht aus geringen Anteilen Weihrauchöl und der wasserlöslichen Stoffen des Weihrauchharzes. Im Gegensatz zum Olibanum wirkt es weniger intensiv, aber ebenso wirkungsvoll.

Weihrauchöl oder Cortison?

Das Einsetzen von chemisch hergestelltem Cortison erweist sich zunehmend als schädigend für Haut und Organe. Desweiteren führt es zum übermäßigen Einlagern von Fett und Wasser. Es schädigt Gefäßwände und erhöht die Gefahr der Hämatombildung (blaue Flecken).

Seine Vorteile beim Behandeln von Asthma Bronchiale, Wirbelsäulenschäden, Gelenkproblemen und ähnlichen Krankheiten haben dazu geführt, dass es in vielen Fällen verstärkt zum Einsatz gelangt. In der heutigen Medizin gilt Cortison als Allheilmittel. Seine Nebenwirkungen und seine regelmäßig zu erhöhenden Dosen beim Behandeln chronischer Krankheiten stehen seinen positiven Effekten negativ gegenüber und viele Menschen suchen nach Alternativen. Eine Alternative zum chemischen Cortison kann Olibanum darstellen. Dieses natürliche Mittel lässt sich bei vielen Symptomen und Krankheiten ohne bekannte Nebenwirkungen einsetzen und seine Einnahme führt zu keinen bisher bekannten Abhängigkeiten.

Nebenwirkungen von Weihrauchöl

Zum längerfristigen Gebrauch von Weihrauchöl sind derzeit keine Nebenwirkungen bekannt und die Einzeldosen zu erhöhen erweist sich in vielen Fällen als unnötig. Eine Gewöhnung oder Abhängigkeit stellt sich, so weit bekannt nicht ein, was sich positiv bewerten lässt.