Rauhnächte – Zeit der Besinnung und Reinigung

Winterlandschaft im Dezember

Bei den Rauhnächten oder auch Glöckelnächte genannt, handelt es sich um eine mystische Zeit, die in dem Zeitraum zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag stattfindet. Dabei wird bei der Berechnung des tatsächlichen Zeitraums, wann die Rauhnächte stattfinden, Rücksicht auf den Unterschied zwischen dem Mondjahr und dem Sonnenjahr genommen.

In Bezug auf Rauchnächte gibt es viele Bräuche, da es sich dabei um eine sogenannte Schwellenzeit handelt, die mit dem Wechsel von Tag zu Nacht vergleichbar ist. Da das alte Jahr zu Ende geht und das neue Jahr vor der Tür steht, wird dieser Zeitraum traditionell zum Räuchern benutzt.

Rauhnächte Ursprung

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um die ,,zwölf Weihnachtstage“, die am 25. Dezember beginnen und am 6. Jänner enden. Die exakte Herkunft des Wortes ,,Rauhnacht“ ist bis heute umstritten. Es gibt Annahmen, dass es ein mittelhochdeutsches Wort ist, dass heute in der Kürschnerei als ,,Rauhware“ seine Verwendung findet.

Es dürfte sich laut den Annahmen auf Dämonen beziehen, die mit Fell bekleidet sind und ihr Unwesen in diesen Nächten trieben. Die andere Herleitung von Rauhnächte soll auf die traditionelle Räucherung zurückführen, die durch den Hofbauern oder Priestern in den Ställen durchgeführt wurde. Dabei soll es sich um eine alte Interpretation handeln, die schon im Jahre 1520 ihre Verwendung zwischen Menschen fand.

Bräuche in den Rauhnächten

Die Rauhnächte sind eine Übergangszeit zwischen dem alten und neuen Jahr. Früher fand das Orakeln statt. Heute findet in der Silvesternacht das Bleigießen statt. Die besinnliche Zeit steht genauso für die Einkehr und Innenschau und der Kontaktaufnahme mit unserem Innersten und unserer Körperweisheit.

Seit der frühen Neuzeit stehen die Rauhnächte als das traditionelle Symbol der Geisterbeschwörung oder –austreibung.

Räuchertraditionen

Geräuchert wird üblicherweise in der mystischen Übergangszeit. Nichtsdestotrotz können Sie auch dann räuchern, wenn Sie Lust und Zeit dafür haben. Zwar haben die Tages- und Jahreszeiten als auch der Mond einen Einfluss auf den Räucherprozess, trotzdem hilft es nicht, wenn der Mond passt aber Sie keine Lust haben.

Wenn Sie ohne Lust oder unter Zeitdruck räuchern, dann können Sie davon ausgehen, dass die gewünschte Wirkung nicht eintreten wird. Deshalb gibt es einen guten Rat: Sie sollen auf Ihr Bauchgefühl hören und immer dann räuchern, wenn Ihnen danach ist!

Wann sind Rauhnächte 2019?

Die Rauhnächte dauern üblicher Weise zwölf Nächte. Im Folgenden die Rauhnächte für 2019/2020:

Am 24. Dezember: Zu Weihnachten wird Abschied vom alten Jahr genommen

  • Hier verabschieden Sie sich vom Vergangenen, lassen alte Dinge los und machen Geschenke. Es liegt in der Tradition, das alte Jahr mit Myrrhe oder anderen Räuchermischungen zu verabschieden. Es soll schließlich und endlich in der besinnlichen und ruhigen Zeit auch harmonisch und friedlich zugehen.

Am 31. Dezember und 1. Jänner: Silvester und Neujahr symbolisieren den Jahreswechsel

  • Zu Silvester geht es fröhlich und vor allem gesellig zu. Wir feiern den Abschied des alten Jahres, wo wir das Erlebte oder Geschaffte hinter uns lassen und freuen uns riesig auf das neue Jahr und neue Anfänge. Damit der Übergang ins neue Jahr harmonisch abläuft, wird das alte und das neue Jahr mit einer Silvesterräucherung miteinander verbunden. Dieser Räucherschritt kann genauso ohne Energieaufbau und Reinigung durchgeführt werden. Eine klassische Räucherung erfolgt mit einer Mischung aus Myrrhe, Damar, harmonischen Mischungen wie Lebenstraum, Schlichtung und Seelenbalsam…) und Weihrauch.

Am 6. Jänner: Die heiligen Drei Könige – Der Neustart in das neue Jahr

  • Bekannterweise kommen zum Dreikönig die Sternsinger in den Häusern oder Wohnungen und wünschen mit Weihrauch und Gesang Segen und Glück für das neue Jahr. Das Räucherritual wird zusätzlich mit Wünschen unterstützt. Das herkömmliche Räucherwerk ist energetisierte Mischung wie La Luna, Sternentanz oder Erdenkraft und Weihrauch.

Die Geheimnisse der Rauhnächte

Die Rauhnächte werden traditionell als eine Zeit der Reinigung, des Neubeginns und des Wandels gesehen. Die zwölf Nächte, die zwischen dem 25. Dezember und 6. Jänner liegen, werden seit Ewigkeiten im alpenländischen Raum als geheimnisvoll und magisch betrachtet. Dabei handelt es sich um die Zeit, die ein Symbol der Klärung, Besinnung und Neubeginns ist.

All das, was in diesem Zeitraum passiert, hat eine gewisse Bedeutung. Des Weiteren können Sie selbst das bevorstehende neue Jahr selbst kreativ beeinflussen und mitgestalten. Jeder Tag, an dem das Räuchern in dem Zeitraum der Rauhnächte stattfindet, repräsentiert einen der zwölf Monate in dem kommenden Jahr.

Es wird heute noch in den Ställen aber auch Häusern in den zwölf Nächten mit Weihrauch und Heilpflanzen geräuchert. Zudem werden in jedem Winkel die Räucherschalen getragen. Dabei wird bei diesen traditionellem Ritual sowohl der Mensch als auch das Tier von schlechter und negativer Energie gereinigt.

Die Schutzwirkung wird durch spezielle Gebete verstärkt. Sie können darüber hinaus Ihren Liebsten in der mystischen Zeit Schutz wünschen. Das Räuchern gibt den Menschen die Gelegenheit, aus dem Alltag herauszukommen, die Gedanken zu bündeln und sich auf sich selber zu fokussieren.

Die Vorbereitung auf die Rauhnächte

Es gibt einige hilfreiche Tipps, wie Sie sich auf die Rauhnächte vorbereiten können und was Sie tun sollten.

  • Bringen Sie alle geliehenen Sachen zurück!
  • Bezahlen Sie alle Ihre offenen Rechnungen und Schulden, die Sie haben.
  • Klären Sie alte Angelegenheiten und schaffen Sie so Missverständnisse aus der Welt.
  • Putzen und räumen Sie Ihren Wohnbereich auf.
  • Besorgen Sie alles nötige, was Sie für das Räuchern benötigen.
  • Halten Sie Rückschau!
  • Bedanken Sie sich unbedingt bei den lieben Menschen, die Sie das ganze Jahr begleitet und unterstützt haben.
  • Schließen Sie mit dem alten Jahr positiv ab!

Überlegen Sie für sich selbst, wann für Sie die beste Zeit zum Räuchern ist. Vielleicht möchten Sie das kurz vor dem Ende des Tages machen, um die Müdigkeit ein wenig zu vertreiben oder wollen Sie doch in der Früh voller Energie in den neuen Tag starten.

Die üblichen Rituale der Rauhnächte

Nehmen Sie sich Ihre Räucherschale zur Hand und marschieren Sie durch jedes Zimmer. Den Rauch sollen Sie in jeder Ecke blasen und sich dabei ausmalen, dass in diesem Rauch alles Negative verschwindet und etwas Positives entsteht. Sprechen Sie dabei Ihre Gespräche oder Wünsche aus, die Sie für sich formuliert haben. Dabei sollten Sie sich dem alten Jahr in den ersten sechs Tagen widmen und dem neuen mit den restlichen sechs Tagen. Wichtig ist, dass die Räuchermischung auf Sie befreiend und erfrischend wirkt und Sie dabei positive Energie bekommen. Schlechte Erfahrungen und alles Negative notieren Sie sich auf einem Zettel und legen Sie diesen auf die Kohle. Zünden Sie ein Feuer zur Jahreswende und werfen Sie in dieses reinigende Kräuter und Salze. Wünschen Sie sich dabei etwas und springen Sie einzeln über das Feuer. Zünden Sie darüber hinaus jeden Tag eine Kerze an, als Zeichen des Lichtes im Haus.

Rauhnächte: damals und heute

Die Bräuche, Weissagungen und Rituale rund um die Rauhnächte sind teilweise Jahrhunderte alt. Die Entstehung der zwölf Rauhnächte erfolgte in dem Zeitraum zwischen Weihnachten und Dreikönig. Das ist eine Zeit, in der die Dunkelheit schwer vertrieben werden konnte.

Da es damals kein Licht gab, die Tageslichtphasen aber sehr kurz waren, erlebten die Menschen die Dunkelheit gravierender. Heute noch werden die Rituale von damals in den Rauhnächten durchgeführt. Das Räuchern der Ställe und Häusern ist bis heute erhalten geblieben.

Recherchequellen:
https://www.raeucher.info/raeuchern/rauhnaechte/?cookie-state-change=1558964944139
http://www.manuela-kloibhofer.at/index.php/infocenter/blog/48-6-punkte-zu-den-12-rauhnaechten
https://de.wikipedia.org/wiki/Rauhnacht#Zur_Herkunft_der_Br%C3%A4uche
http://ayurveda-leben.at/de/rauhnaechte-weihnachten-dreikoenig-ayurveda-resort-sonnhof-tirol/