Myrrhe

Myrrhe in einer SchaleMyrrhe (Commiphora myrrha) ist das Harz von sogenannten Commiphoren Bäumen, welche zu der Familie der Balsambaumgewächse zählen. Man unterscheidet bis zu 200 Arten der Myrrhe selbst und pro Baum können bis zu 4 kg Harz gewonnen werden. Um dieses Gummiharz zu gewinnen wird, wie beim gewinnen von Weihrauchharz, die Rinde des Stammes angeritzt um das flüssige Harz zu ernten. Es ist sehr ähnlich zu Weihrauch, jedoch ist die Zusammensetzung der beiden Harze ein wenig unterschiedlich gehalten. Zusätzlich ist Myrrhe auch unter Herabolmyrrhe, Bisabol-Myrrhe, Echte Myrrhe, Rote Myrrhe, Balsamier oder Orientalischer Fröhlichkeitstrank bekannt.

Ursprung

Über Jahrtausende wurde Myrrhe zu religiösen und auch heilmedizinischen Zwecken verwendet. Ihr Vorkommen liegt in tropischen und subtropischen Trockengebieten Afrikas. Damals war das Harz sehr begehrt und wurde, ähnlich wie Weihrauch, über weite Entfernung wie beispielsweise nach Indien, China und Europa gehandelt. Je nach Kultur des Landes wurde es zu unterschiedlichen Zwecken wie Heilpraktiken, rituellen Zeremonien oder zur Meditation verwendet.

Anbaugebiete

In Regionen mit trockenen Wüstenklima ist der Myrrhenbaum heute vermehrt zu finden. Dieses Gewächs wird vor allem in arabischen Ländern gezüchtet, es ist aber durchaus möglich, den Baum wild wachsend zu finden.

Myrrhe: Wirkung und Inhaltsstoffe

Nachgesagte Wirkungsweisen:

– Betäubend
– Erwärmend
– Entzündungshemmend
– Fiebersenkend
– Zusammenziehend (Fördert die Narbenbildung)
– Krampflösend
– Blutstillend

Inhaltsstoffe des Harzes:

– Polysaccharide
– Triterpenen
– Triterpensäuren
– Ätherisches Öl (beinhaltet viele Sesquiterpene)
– Proteine
– Kohlenhydrate

Anwendung und Wirksamkeit

Verwendung damals

Bereits die Ägypter nutzten Myrrhe bei der Mumifizierung der Pharaonen. Ebenso wurde es in der katholischen Kirche zur Götterverehrung oder auch als wertvolle Gabe (beispielsweise von den heiligen drei Königen) verschenkt. Damals half das Räucherung des Harzes auch, um unangenehmen Geruch zu vertreiben, aber da es jedoch einen sehr hohen Wert hatte, war dies eher ein seltener Fall.
In der Parfümindustrie gilt dieses Harz seit Jahrhunderten als wichtiger Grundstoff für Cremes, Seifen, Parfüms und anderer Kosmetikprodukte.

Verwendung heute

Myrrhe findet man heutzutage ähnlich wie Weihrauch als Räucherwerk. Aber auch in der Medizin und in der Parfümerie ist es ein gängiger Zusatzstoff.
Medizinisch wird es bei Entzündungen in Mund- und Rachenraum oder auch bei Wunden eingesetzt, da die Wissenschaft dessen Heilkraft durch ihre Forschungsergebnisse bestätigt hat.
Die wirksamste, heilende Form der Myrrhe ist eine sogenannte Myrrhe-Tinktur. Dabei wird eine unverdünnte Myrrhe-Tinktur auf die betroffenen Körperstellen aufgetragen, auch kann es als Gurgellösung verwendet werden indem man ungefähr 30 Tropfen dieser Tinktur in Wasser auflöst und damit spült / gurgelt. (Bei Entzündungen in Mund- und Rachenraum).
Bei Tinkturen ist der hohe Alkoholanteil zu beachten, schwangere oder stillende Frauen sollten auf Nummer sicher gehen und eher auf die Anwendung des Harzes oder der entsprechenden Präparate verzichten.

Medizinische Wirkung

Myrrhe wird oft als „antikes Heilmittel“ bezeichnet und das nicht grundlos. In der Medizin wird es in Form von einem entzündungshemmenden Mittel verwendet, beispielsweise bei Magen- und Darmentzündungen in Form von Pulver, Dragees oder Tabletten und auch bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut in Form von Gurgellösungen.

Therapeutische Wirkung

Myrrhe ist ebenso eine wunderbare Zutat, denn sie kann uns dabei helfen, Körper und Geist miteinander zu verbinden. Dabei wird eine Myrrheräucherung durchgeführt und man kann innere Zufriedenheit, Ruhe und Harmonie verspüren.

Produkte aus Myrrhe

– Myrrhetinktur
– Myrrhetabletten, -dragees
– Myrrhepulver
– Kosmetikprodukte (Seifen, Cremes, Zahnpasta, usw..)
– Myrrhe ist auch ein Bestandteil des bekannten Schweden-Bitter, der bei Magen-Darm-Beschwerden häufig eingesetzt wird.

Nebenwirkungen

Bei der Anwendung einer Tinktur kann es lediglich zu einem leicht brennenden Gefühl im Mund- und Rachenraum kommen, Geschmacksirritationen können ebenso vorkommen.
Sonst sind seitens der Medizin und Forschung diesbezüglich noch keine Risiken und Nebenwirkungen bekannt.