Weihrauch Wirkung und Anwendung

Erfahren Sie hier alles über Weihrauch, Myrrhe und Co.!

Was ist Weihrauch?

Als Weihrauch wird das getrocknete Gummiharz des Boswelliabaumes bezeichnet. Dieser Baum (botanischer Name: Boswellia) gehört zur Familie der Balsambaumgewächse und ist mit der ebenfalls in der Heilkunde verwendeten Myrrhe verwandt. Diese eher kleine und verzweigte Baumart trägt eine dünne Papier ähnliche Rinde sowie dicke Äste. Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist, dass sich die Rinde vom Stamm ablöst.

Woher kommt er?

Die Heimat des Baumes befindet sich in den regenarmen Gebieten Afrikas sowie Arabiens (Oman, Jemen) und Indiens. Er gedeiht dort in Trockengebieten auf kargen Landschaften in einer Höhe von bis zu 1200 Meter über dem Meeresspiegel. Produkte aus Indien gelten allgemein als hochwertiger wohingegen Weihrauch aus Afrika meist günstiger im Preis ist.

Wirkung von Weihrauch

Weihrauch bekommt man auch in ApothekenDer medizinische Nutzen des Weihrauches für den Menschen liegt vor allem in seiner entzündungshemmenden Wirkung, da er hier einzigartige Vorteile bietet. Eine kurzzeitige Entzündung, wie sie bei einem Mückenstich entsteht, ist ein physiologisch sinnvoller Prozess durch den sich der Körper von Schadstoffen oder Keimen befreit. Bei einigen Erkrankungen jedoch kommt die Entzündung nicht mehr zum Stillstand, wie es bei rheumatischer Arthritis, Asthma oder Morbus Crohn der Fall ist. Hier sollte so schnell wie möglich eingegriffen werden um irreparablen Schaden am Gewebe zu verhindern!

Bis heute ist eine Behandlung mit Cortison das einzige Mittel um ein Leben mit diesen Krankheiten zu ermöglichen. Da Cortison aber auf viele physiologische Prozesse einen Einfluss nimmt, ist ein solche Behandlung leider nicht frei von Nebenwirkungen.

Bei einer Therapie mit Weihrauch hingegen wurden bis heute keine ernstzunehmenden Nebenwirkungen beobachtet. Die genaue Wirkungsweise des Weihrauches ist noch nicht vollständig aufgeschlüsselt, jedoch scheint seine entzündungshemmende Wirkung sehr viel selektiver zu sein als es bei Cortison der Fall ist.

Durch die vielen unterschiedlichen Inhaltsstoffe des Weihrauches ist es möglich, dass sich seine Wirkung auf verschiedenen Wegen entfaltet. Ebenso kann die Wirkungsweise auch von der Art der Anwendung abhängen. Bei einer lokalen Therapie auf der Haut, mittels eines Balsams oder einer Salbe, können andere Inhaltsstoffe entscheidend sein als bei der Einnahme von Kapseln oder bei der Inhalation des Rauches.

Über die entzündungshemmende Wirkung hinaus, hat der Weihrauch sich seit Jahrhunderten bei einer Vielzahl von anderen Symptomen und Krankheiten bewährt.

Weihrauch hilft bei Entzündungen

Seine entzündungshemmende Wirkung ist seit dem Altertum bekannt und wird seit einiger Zeit auch in der heutigen Medizin wieder erforscht. Er kann durch seine natürlichen Inhaltsstoffe Schwellungen abklingen und weitere entzündliche Beschwerden lindern sowie oxidativen Stress reduzieren. Speziell Entzündungen mit geröteten, harten, heißen Stellen auf der Haut kann er angeblich wirkungsvoll bekämpfen.

Psoriasis (Schuppenflechte) und Hautekzeme zählen zu den Krankheiten, gegen die Weihrauch-Extrakt hilfreich sein kann. Er kann die Auswirkungen zurückdrängen und das Schuppen der Haut verringern. Er greift die Entzündung an und drängt diese so weit zurück, dass die Haut sich erholen und abheilen kann.

Dank der modernen Wissenschaft gibt es bezüglich der Wirksamkeit dieses Heilkrauts und verschiedener, seiner Extrakte, viele Studien, die sich speziell mit den verschiedenen Krankheiten befassen.

Weihrauch gegen Arthritis und Rheuma

Diese beiden speziellen Krankheiten gehen mit entzündlichen, schmerzhaften Prozessen einher. Bislang setzt die Schulmedizin Cortison, Schmerzmittel und Antibiotika gegen sie ein.

Weihrauch kann nicht nur Entzündungen zurückdrängen, es kann ebenso schmerzlindernd wirken, was es im Einsatz gegen Arthritis oder Rheuma wertvoll macht. Die Traditionelle chinesische Medizin (TCM) nutzt sein gummiartiges Harz bei vielen schmerzhaften Krankheiten.

Die in seinem Harz enthaltene Boswelliasäure kann seine Wirkung erhöhen. Aus diesem Grunde sind Weihrauch-Extrakte zum Einsatz gegen Arthritis und/oder Rheuma zusätzlich mit mehr Boswelliasäure angereichert.

Erfahren Sie mehr über Studien bezüglich Rheuma und dem Einsatz von Weihrauch-Extrakten und der Boswelliasäure.

Weihrauch bei Arthrose

Ähnlich der Arthritis oder des Rheumas zählt die Arthrose zu den Krankheiten mit entzündlichen Beschwerden. Diese degenerative Gelenkerkrankung zeigt sich mit Schmerzen und Nerven die frei liegen. Die Knorpel zwischen den Gelenken erscheinen abgenutzt. Die Bewegung wirkt eingeschränkt und die Schmerzen nehmen im Verlauf dieser Krankheiten weiter zu.

Weihrauch-Extrakt kann diese Schmerzen lindern und das Abnutzen des Knorpels verlangsamen. Die laufenden Studien bezüglich der äußerlichen Anwendung von Weihrauch-Extrakten bei Arthrose sind noch nicht abgeschlossen. Beim Behandeln von Tieren mit einer Weihrauchcreme zeigten sich erste Erfolge.

Mehr über Studien zur inneren Anwendung von Weihrauch-Extrakten.

Magen-Darm-Beschwerden lindern mit Weihrauch

morbus crohn mit weihrauch behandelnMorbus Crohn, Colitis Ulcerosa und viele weitere chronische Darmerkrankungen lassen sich ebenfalls mit einem Weihrauch-Extrakt behandeln. Es kann die Schmerzen, die diese Krankheiten hervorrufen lindern und die entzündlichen Prozesse im Magen-Darm-Trakt zurückdrängen.

Entzündliche Prozesse des Körpers entstehen durch das Enzym 5-Lipoxygenase. Die Boswelliasäure, verschiedene Gerbstoffe und ätherische Öle dieses Heilkrautes wirken gemeinsam gegen dieses Enzym und die dadurch entstehenden Leukotriene.

Sowohl Morbus Crohn als auch Colitits Ulcerosa erweisen sich als für den Körper stark belastend, da bei den Durchfällen viele Elektrolyte und Wasser verloren geht. Chronische Darmentzündungen laugen den Körper aus, Schwäche, starke Gewichtsabnahmen und Vitamin- wie Mineralstoffmängel gehören zu den Folgen. Operationen und die Anlage eines Anus Präters (Darm-Seitenausgang) sind der letzte Weg, den sich die Ärzte zu gehen, gezwungen sehen.

Informationen und Quellen zu den mit Weihrauch-Extrakten durchgeführten Studien und ihre Ergebnisse zum Thema chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.

Weihrauch bei Asthma Bronchiale

Asthma Bronchiale beschreibt die in den meisten Fällen eine chronische Entzündung der Bronchien. Feinstaub, Umweltverschmutzung durch Smog und giftige Dämpfe, die beispielsweise bei Dachdeckern, Malern, im Straßenbau und ähnlichen Berufen vorkommen begünstigen diese Krankheit.

Asthma Bronchiale erweist sich als äußerst unangenehme Krankheit, die sogar zum Tod führen kann. Die Schulmedizin setzt zu ihrer Behandlung in den meisten Fällen Cortison und andere, chemische Mittel ein. Diese müssen auf Dauer bei einer Behandlung von chronischen Bronchitis und Asthma Bronchiale in ihrer Dosis erhöht werden was dazu führt dass der Verbraucher verstärkt Nebenwirkungen wahrnimmt.

Weihrauch-Extrakt kann eine Alternative darstellen, denn seine Inhalte sind rein natürlich und gehen systematisch gegen die, für Entzündungen, verantwortlichen Enzyme und ihrer Leukotriene vor.

Hier geht es zu den Studien über die Wirksamkeit von Weihrauch-Extrakten bei Asthma Bronchiale.

Wirkstoffe und Inhaltsstoffe von Weihrauch

Weihrauch ist ein komplexes Gemisch von mehr als 200 verschiedenen Bestandteilen wie Schleimstoffen, Harzen, Proteinen und ätherischen Ölen. Die Zusammensetzung ist abhängig von der Sorte und dem Wuchsort.

Der indische Weihrauch (Boswellia serrata) darf in deutschen Apotheken verarbeitet werden. Er wird jedoch nicht als offizielles Arzneimittel sondern als Nahrungsergänzungsmittel gehandelt.

Seine Inhaltsstoffe sind:

  • circa 5–9 % ätherisches Öl (darunter: α-Thujen, β-Myrcen, p-Cymol, Methyleugenol u.a.)
  • circa 15–16 % Harzsäuren (wie Boswelliasäuren, Lupansäuren und Tirucallensäuren; mindestens je 1 % 3-O-Acetyl-11-keto-β-boswelliasäure (AKBA) und 11-Keto-β-boswelliasäure (KBA))
  • bis zu 20 % Schleimstoffe

Die Boswelliasäuren unterscheiden sich in:

  • α-Boswelliasäure
  • β-Boswelliasäure
  • Acetyl-β-Boswelliasäure
  • Acetyl-α-Boswelliasäure
  • 11-Keto-β-Boswelliasäure (KBA)
  • Acetyl-11- β-β-Boswelliasäure (AKBA)

Als wichtigster Wirkstoff werden die Boswelliasäuren vermutet. Sie unterscheiden sich in ihrer Wirkstärke aber auch in dem Vermögen von Körper aufgenommen zu werden. So sind KBA und AKBA zwar sehr potent, gelangen jedoch kaum in die Blutbahn. Sehr wahrscheinlich liegt das Geheimnis der vielseitigen Wirkung des Weihrauchs jedoch in seiner Komplexität, weshalb die Reduktion auf einen oder mehrerer Inhaltsstoffe unzureichend ist.

Traditionelle Verwendung von Weihrauch

Weihrauch ist ein traditionelles Heilmittel, dass in Europa vor allem als Räucherwerk im Kreise der katholischen Kirche bekannt ist. Der Bibel zur Folge wurde schon Jesus Christus bei seiner Geburt, neben Gold und Myrrhe, mit Weihrauch beschenkt.

Die ältesten Überlieferungen der Anwendung von Weihrauch kommen nicht aus den Anbaugebieten selbst, sondern aus Ägypten und dem römischen Reich. Dies deutet darauf hin dass das Harz zur damaligen Zeit ein hoch geschätztes Gut war, da die Einfuhr mir erheblichen Kosten verbunden war.

Angewendet wurde das Harz zur Säuberung der Luft, bei der Wundbehandlung, bei Erkrankungen der Atemwege und des Verdauungstraktes sowie zur Stärkung des Geistes. Überlieferungen aus Afrika deuten auf einen Nutzen bei Infektionskrankheiten und bei Magenleiden hin. Aber auch zur Beruhigung scheint der Einsatz erfolgreich gewesen zu sein.

Im indischen Ayurveda ist Weihrauch (Salai Guggal) heute als offizielles Arzneimittel anerkannt. Hier liegt der Schwerpunkt bei der Behandlung entzündlicher Erkrankungen wie der Polyarthritis.

Auch in Europa gewinnt der Weihrauch bei diesen Erkrankungen an Bedeutung. Immer mehr Menschen leiden an chronischen Entzündungen die nur unter Inkaufnahme von erheblichen Nebenwirkungen behandelt werden können. Weihrauch bietet hier eine vielversprechende Alternative dessen Wirkung in wissenschaftlichen Studien mit den heute eingesetzten Arzneimitteln vergleichbar war.